Hospiz in Kroatien

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Mitarbeiter des Caritas-Hospiz Pankow unterstützen Sr. Daniela beim Aufbau des ersten stationären Hospizes in Kroatien.

In der an der Kvarner Bucht gelegenen Hafenstadt Rijeka entsteht in Trägerschaft des dortigen Bistums und der Caritas das erste stationäre Hospiz Kroatiens. Hoch über der Adria liegt das Gebäude der ehemaligen theologischen Fakultät und des Priesterseminars. Sobald der Bibliothekar die letzten Bücher in die Umzugkisten verstaut hat, können die Umbauarbeiten beginnen. Im Herbst 2011 soll alles bereit sein für die ersten Gäste. Doch die Renovierung ist nur ein Problem, das Sr. Daniela zu bewältigen hat. Die energiegeladene und dynamische Ordensfrau treibt das Projekt maßgeblich voran.  Kroatien ist, was die Hospizidee anbelangt, immer noch ein Entwicklungsland. Seit dem Ende der Kriege in den 90er Jahren hat es auch im Vergleich zu den Nachbarländern nur wenige Initiativen gegeben, die die Situation von Sterbenden und ihren Angehörigen  zu verbessern suchten. Im staatlichen Gesundheitssystem sind Hospize und Palliativstationen bisher nicht vorgesehen und entsprechende Gesetzte erst im Entstehen begriffen.

Das Anliegen der Hospizbewegung, das Sterben wieder in die Mitte der Gesellschaft zu holen und Sterbende nicht auszugrenzen, scheint in der kroatischen Gesellschaft bisher wenig Resonanz zu finden. Aus der zukünftigen Nachbarschaft des neuen Hospizes hat es bereits verständnislose Reaktionen und Vorbehalte gegeben. Auch die Suche nach Mitarbeitern und Freiwilligen wird dadurch erschwert. Zudem fehlt es an Erfahrung und an Fachliteratur in kroatischer Sprache.

Die Mitarbeiter des Caritas-Hospiz Pankow versuchen, Sr. Daniela bei ihrer schwierigen Pionierarbeit zu unterstützen. Bei einem Besuch in Berlin im Herbst 2010 konnte sie sich einen Eindruck von der hiesigen Hospizlandschaft verschaffen und zahlreiche Anregungen nach Kroatien mitnehmen. Bei einem Gegenbesuch im März 2011 kam ein erster Kontakt zu möglichen zukünftigen Mitarbeitern zustande. Nach einer Vorstellung des Caritas-Hospiz Pankow und seiner Arbeit kam es zu einer regen Diskussion. Im Vordergrund stand auch hier der Abbau von Ängsten und Vorurteilen, das Ermutigen und das Motivieren.

Tobias Neumann

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